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Bönischplatz, Luftaufnahme

Bönischplatz, Luftaufnahme

"Bönischhof"

Ruinen Bönischplatz 10/12

Ruinen Bönischplatz 10/12

Altbauten Bönischplatz 1973

Altbauten Bönischplatz 1973

Beginn der Neubebauung am Bönischplatz

Beginn der Neubebauung am Bönischplatz

Bönischplatz heute: links Altbestand, rechts DDR-Plattenbauten

Bönischplatz heute: links Altbestand, rechts DDR-Plattenbauten

Bönischplatz nach der Umgestaltung 2003

Bönischplatz nach der Umgestaltung 2003

Bönischplatz

Der Bönischplatz ging aus einem Teil der Blumenstraße hervor und liegt zwischen Elisen- und Pfotenhauerstraße. Vermutlich befand sich an dieser Stelle bis zum Anfang des 19. Jahrhunderts das Rappoldische Gartenvorwerk. Es wurde 1897 zum Platz erweitert und erhielt den Namen des Dresdner Bürgermeisters und Stadtrates Karl Friedrich Emil Bönisch (1832–1894).

Die dreieckige Grundfläche entstand durch die Einbeziehung der bereits vor seiner Anlage vorhandenen Straßen. Umgeben war der Platz von Wohngebäuden in geschlossener Bauweise, die im Erdgeschoss kleine Geschäfte beherbergten. In den Hinterhöfen befanden sich kleine und mittlere Gewerbebetriebe. Wie alle Plätze in der Johannstadt bot der mit Bäumen umsäumte Platz Ruhe- und Aufenthaltsmöglichkeiten an.

Am 13. Februar 1945 richtete der Luftangriff auch hier verheerenden Schaden an. Nur einige Häuser überstanden leicht beschädigt die Bombardierung. Auch einige Bäume, die noch aus der Zeit von Lüdickes Wintergarten stammen und an der Nordseite der heutigen Fußgängerinsel stehen, blieben uns bis heute erhalten.

Todesopfer der Luftangriffe im Februar 1945:

Bönischplatz 13: 1 Person
Bönischplatz 16: 3 Personen
Bönischplatz 18: 1 Person
Bönischplatz 19: 1 Person
Bönischplatz 20: 3 Personen
Bönischplatz 22: 6 Personen
Bönischplatz gesamt: 15 Tote

(Angaben laut Landeshauptstadt Dresden, Historikerkommission 2010, Projektteam „Statistisch-geografische Analyse“ der Wohnorte der durch die Luftangriffe im Februar 1945 getöteten Menschen)

Ab 1970 begann der Wiederaufbau des Bönischplatzes mit 10-geschossigen Wohnblöcken in Großblockbauweise.

Die noch vorhandene Bausubstanz der Jahrhundertwende wurde ab 1981 detailgenau rekonstruiert. Die neu entstandenen Wohnungen waren an die Fernwärmeversorgung angeschlossen worden und im Komfort den Neubauwohnungen gleichgesetzt.

Anlässlich des Pioniertreffens im August 1982 erfolgte am Bönischplatz die Grundsteinlegung für mehrere Neubauten. Mit ihnen sollte die Lücke geschlossen werden, die der Fliegerangriff 1945 gerissen hatte. Auf dieser Baustelle erhielten 112 Lehrlinge ihre Ausbildung in den Berufen Baufacharbeiter mit Abitur, Zimmerer und Ausbaumaurer. Sie erlernten die Fertigkeiten im Fundamentbau, in der Aufmauerung in traditioneller Ziegelbauweise, in der Errichtung des Dachstuhles, im Dachdecken und im Innenausbau. Den Auszubildenden wurde die Baustelle in alleiniger Verantwortung übertragen.

Am 17. April 1986 wurde auf dem Neubau die Richtkrone aufgezogen. In traditioneller Weise feierte man das Richtfest. Die 112 Lehrlinge mit ihren Lehrmeistern hatten allen Grund, den Richtakt in guter Stimmung zu begehen, wurde doch die „Lehrproduktion“ beträchtlich überboten. Der Direktor der Berufsschule nahm an der Richtfeier teil. Nicht nur, um mit zu feiern, sondern er übergab einem Kollektiv von acht Ausbaumaurer-Lehrlingen aus dem 2. Lehrjahr einen Urlaubsscheck. Die Lehrlinge wurden für ihre besonders gut geleistete Arbeit mit einem kostenlosen zehntägigen Aufenthalt im Lehrlingszeltlager Koserow auf der Insel Usedom belohnt.

Am 29. September 1995 eröffnete das First Reisebüro. Am 30. September 1995 eröffnete im vormaligen Konsum-Schuhgeschäft die Apotheke am Bönischplatz.

Eine große Verschönerungsaktion am 13. und 21. Juni 2003 verhalf dem Bönischplatz zu einem etwas freundlicheren Aussehen. Die Platzoberfläche wurde teilweise erneuert, eine originelle Informationstafel für die Stadtteil-Angebote gefertigt, robuste formschöne Sitzgelegenheit geschaffen. Die vorhandenen Pflanzkübel und Betonelemente wurden in mühevoller Arbeit mit farbigen Mosaiken verziert. Unter der Anleitung der Kunsthandwerker Johannes Makolies und Sonja Puppe wirkten interessierte Anwohner am Projekt mit. Leider hielt das schöne Bild nicht lange. Immer wieder wurden Pflanzen aus den Kübeln entwendet oder stark beschädigt. Flaschenscherben vor den Bänken, Müll und Essensreste, Zigarettenkippen in den Pflanzkübeln – jeden Morgen erwartete die Benutzer der gleiche Anblick nach nächtlichen Zusammenkünften. Um die bisher verschonten Kübel zu retten, wurden sie am 9. Oktober 2004 in der Elisenstraße auf der Wiese vor dem Johannstädter Kulturtreff aufgestellt.

Adressen (Auswahl):

Nr. 9

In der Nr. 9 befand sich das Hotel „Bönischhof“, das ab 1922 Emil Max Rahm gehörte. Das 1905 erbaute viergeschossige Haus hob sich grundlegend durch seine vom Jugendstil abweichende architektonische Gestaltung von seiner Umgebung ab. Leider wurde es am 13. Februar 1945 zerstört.

Nr. 11

Hier befand sich eine Niederlassung der Aktiengesellschaft Eberl-Faber-Brauerei aus München.

Nr. 11/13/15/17

Die zwischen 1900 und 1905 in geschlossener Bebauung entstandenen Mietshäuser zählen auf Grund der Fassadengestaltung im Jugendstil sowie der Akzente, die durch Ornamentik, Giebel-, Balkon- und Treppenhausgestaltung gesetzt wurden, zu den Kulturdenkmalen der Stadt Dresden. Ab 1981 erfolgte eine detailgetreue Sanierung dieses Ensembles. Die Häuser blieben in ihrer äußeren Gestaltung erhalten, die Wohnungen jedoch wurden auf Neubaustandard saniert. Im Sommer 1982 konnten die Mieter ihre modernisierten Wohnungen beziehen.

Im Ladenlokal des Hauses Bönischplatz 13 befand sich zu DDR-Zeiten die „Drogerie am Bönischplatz“. Seit 2008 werden die Räume als Eisladen „Johanns Eisfenster“ genutzt.

Quelle:

  • Chronik Hofmann

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