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Eberl-Bräu, Werbepostkarte

Eberl-Bräu, Werbepostkarte

"Schutzmarke 1593. Eberl-Bräu München. Original Füllung"

Depot der Eberl-Faber-Brauerei München

Die Eberl-Faber-Brauerei entstand aus dem Zusammenschluss der 1593 gegründeten Brauerei Eberl-Bräu und der Faber-Brauerei. Beide Brauereien waren in München auf der Sendlinger Straße 79 bzw. 76 ansässig. Bereits 1812 bis 1838 waren Eberl-Bräu und Faber-Brauerei verbunden gewesen. Am 2. November 1888 wurde das Unternehmen in eine Aktiengesellschaft mit einem Gründungskapital von 1,7 Mio Mark umgewandelt. 1894 wurde der Firmensitz in die Münchener Rosenheimerstraße 17 verlegt. Das Markenzeichen der Brauerei war ein Wildschwein-Eber.

Ebenfalls im Jahr 1894 eröffnete die Brauerei ein Depot in Dresden auf der Holbeinstraße 115. Das Depot war ein mustergültiger Bierverlag, der Bier aus mehreren Brauereien in Flaschen abfüllte und vertrieb. 1897 führte Platzmangel zum Umzug der Firma in den Neubau Bönischplatz 11. Das Anwesen umfasste 3500 Quadratmeter und bestand aus einem Vorderhaus, Betriebsgebäude, Kessel- und Maschinenhaus sowie einem Kühlraum aus Eisenbeton. Auf sechs Flaschenfüllanlagen wurden in einer 10-Stunden-Schicht 10.000 Flaschen gereinigt, abgefüllt und etikettiert. Die Glasflaschen mit Bügelverschluss stammten aus dem osterzgebirgischen Glashütte.

Der wichtigste Kunde des Depots war die Dresdner Felsenkellerbrauerei mit der Abfüllung des Pils- und Lagerbiers in „Liter- und Groschenflaschen“. Aber auch Kulmbacher, Nürnberger Dunkles, Wiener Schankbier, Echtes Pilsener, Münchner Spatenexport, Münchner Salvator, Ale Dingburg, Strong Ale und Berliner Weißbiere wurden im Depot abgefüllt.

1907 beschäftigte das Depot sechs Bierverleger, zehn Flaschen- und Fassbierkutscher, vier Hofarbeiter, drei Kellerarbeiter, zwei Kellermeister, einen Schirrmeister, zwei Schmiede, einen Zimmermann und 40 Frauen.

1911 führte die Eberl-Faber-Brauerei im Dresdner Depot den Eberl-Sprudel ein. Dieser Verstoß gegen die bestehenden Brauereiregeln führte dazu, dass der Verein Münchner Brauereien eine strenge Rüge erteilte.

1920 ging die Eberl-Faber-Brauerei in der Aktiengesellschaft Paulanerbräu auf. Das Dresdner Depot bestand jedoch noch in der DDR, allerdings wurde zum Ende des Jahres 1980 die Produktion eingestellt.

Quellen:

  • Holger Starke: Vom Brauerhandwerk zur Brauindustrie. Köln 2005.
  • Chronik Hofmann

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