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Kunstgewerbeschule

Kunstgewerbeschule

Kunstgewerbeschule

Kunstgewerbeschule

Kunstgewerbeschule

Kunstgewerbeschule

Musenmann Kunstgewerbeschule

Musenmann Kunstgewerbeschule

Dritte Kunstgewerbeausstellung

Dritte Kunstgewerbeausstellung

Frühlingssalon 1999, Hochschule für Bildende Künste

Frühlingssalon 1999, Hochschule für Bildende Künste

Kunstgewerbeschule

An der Ecke Elias- und Gerokstraße wurde 1901 die Baugrube zum Neubau der Kunstgewerbeschule ausgeschachtet. Einer Anregung der Königlichen Kommission folgend sollten die Kunstwerke aus dem Brühlschen Palais, das bereits abgerissen worden war und dessen künstlerisch wertvolle Details deponiert waren, in dem Neubau ihren Platz finden. Besondere Fürsorge galt dem Brühlschen Festsaal, der einen zusätzlichen Anbau erforderlich machte, für den 49 760 Mark benötigt wurden.

Zum Neubau der Kunstgewerbeschule und des Kunstgewerbemuseums nach dem Entwurf von William Lossow erfolgte im April 1901 eine nochmalige Umarbeitung des Grundrisses. Durch das Landbauamt und in Abstimmung mit dem Innenministerium wurde im Juni 1901 ein beschränkter Wettbewerb für die äußere Gestaltung des Gebäudekomplexes ausgeschrieben. Der Bau der Kunstgewerbeschule, in einer dem Jugendstil nahestehenden Verwendung von Renaissance- und Barockformen, wurde 1902 in neuen Plänen berücksichtigt. Nach dieser Vorlage steht der Atelierflügel direkt an der Gerokstraße, der Museumstrakt befindet sich im Zentrum des Areals und das Gebäude der plastischen Abteilung relativ isoliert an der Dürerstraße.

Diese Ausbildungsstätte sollte Nachwuchshandwerker auch künstlerisch bilden und so auf eine geschmackvolle Gestaltung industriell gefertigter Produkte Einfluss nehmen. Die Plansumme für das Bauvorhaben wurde auf 2,25 Mio Mark veranschlagt. Im Jahr 1902 begannen die Zimmerarbeiten am Neubau des Lehrgebäudes für den plastischen Unterricht an der Dürerstraße.

An der Ecke Gerok- und Eliasstraße konnte 1903 ein Teil des Neubaus der Kunstgewerbeschule bezogen werden: das Modelliergebäude und die Metallgießerei. Dieser Gebäudekomplex musste von dem die Lehrräume aufnehmenden Hauptgebäude aus brandschutztechnischen Gründen getrennt errichtet werden. Es entstand ein ausgedehnter Komplex mit Hörsälen, Ateliers, Bibliothek, Künstler- und Lehrwerkstätten. Neben einer Zeichenschule gab es Fachklassen für Raumkunst und Architektur, Malerei, Grafik, Textilkunst, Mode und wissenschaftliches Darstellen.

Am 8. Dezember 1907 wurde der Museumstrakt als Bestandteil der Kunstgewerbeschule eingeweiht. Infolge mehrfach wechselnder konzeptioneller Überlegungen – reines Museum, reine Mustersammlung oder eine Mischform –, war es zu Verzögerungen im Bauablauf gekommen. Das Museum sollte der Aus- und Weiterbildung der Studenten dienen und umfasste kunstgewerbliche Objekte aller Stilepochen. In mehreren öffentlich zugänglichen Schauräumen wurde die aus 30.000 Exponaten bestehende Sammlung von Glas- und Keramikgegenständen, Möbeln, Holzschnitzereien, Textil-, Leder- und Papiergegenständen vom Mittelalter bis zur Gegenwart präsentiert.

Die durch die Bombardierung 1945 entstandenen Schäden an Gebäuden waren gravierend. Die Gebäude wurden schrittweise mit einfachen Mitteln wieder aufgebaut, dabei wurde die originale Dachkonstruktion nicht in vollem Umfang wiederhergestellt. Nur der historische Festsaal war unwiederbringlich verloren. 1947 nahm die Akademie als Staatliche Schule für Werkskunst ihre Tätigkeit wieder auf. 1950 wurde sie wieder mit der Hochschule für Bildende Künste vereint. Neben der Hochschule nutzten bis 2004 auch das Kupferstichkabinett, das Münzkabinett und die Zentrale Kunstbibliothek die Räume. Das frühere Kunstgewerbemuseum war bereits 1947 den Staatlichen Kunstsammlungen zugeordnet worden und ist seit 1963 als „Museum für Kunsthandwerk“ im Schloss Pillnitz zu sehen.

Nach 1990 erfolgten eine etappenweise Sanierung der Gebäude und in der Zeit von 1998 bis 2000 der Wiederaufbau des ehemaligen Festsaales in moderner Gestalt. Er wird als Labortheater genutzt, des Weiteren finden hier Diplomverteidigungen, Proben und Veranstaltungen statt.

Ab 2007 wurden die Gebäude aufgrund des sehr schlechten Bauzustandes komplett saniert. Gleichzeitig nutzte man die Maßnahme, um die Lehrbedingungen zu verbessern. Die Gesamtsanierung umfasste die Änderung des Gesamtraumkonzept durch das Zusammenfassen von Arbeits- und Organisationseinheiten, Dachsanierung, Erneuerung der Fußböden, Fenster und Türen, das Erneuern der gesamten Haustechnik, Malerarbeiten, Brandschutzmaßnahmen sowie die Trockenlegung des während der Flut 2002 geschädigten Kellers. Bestandteil der Generalsanierung war auch der Ausbau der Bibliothek und der Umbau der Aula zu einem Hörsaal. Die Restaurierungskosten beliefen sich auf 1,7 Mio Euro. Der Nordflügel, der bis 2004 das Kupferstichkabinett beherbergte, wird von den Staatlichen Kunstsammlungen Dresden als Depot genutzt.

Heute sind auf der Güntzstraße die Werkstätten und Ateliers der Studiengänge für Restaurierung, Bühnen- und Kostümbild sowie Theaterplastik, die Hochschulbibliothek und die Verwaltung der Hochschule untergebracht. Das Gebäude steht unter Denkmalschutz.

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