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Carl Gustav Carus

Carl Gustav Carus

die 1956 neu eröffnete chirurgische Klinik der Medizinischen Akademie

die 1956 neu eröffnete chirurgische Klinik der Medizinischen Akademie

OP-Saal der neuen chirurgischen Klinik der

OP-Saal der neuen chirurgischen Klinik der "Medak", 1956

Operation in der neuen chirurgischen Klinik der

Operation in der neuen chirurgischen Klinik der "Medak", 1956

Telegrammgerät zur Behandlung bösartiger Geschwüre,

Telegrammgerät zur Behandlung bösartiger Geschwüre, "Medak" 1970

Medizinstudenten bei der Ausbildung in der Medizinischen Akademie, 1971

Medizinstudenten bei der Ausbildung in der Medizinischen Akademie, 1971

Mildred-Scheel-Haus

Mildred-Scheel-Haus

Krankenhaus Johannstadt, heute Universitätsklinikum

Durch das stetige Wachstum der Bevölkerung wurde 1880/81 der Wunsch nach einem weiteren Krankenhaus in Dresden geäußert. Das Friedrichstädter Stadtkrankenhaus reichte nicht mehr aus. Da die Stadt sich seit 1870 in östlicher Richtung immer mehr ausdehnte und entwickelte, fiel die Wahl auf das im städtischen Besitz befindliche Birkenwäldchen in der Johannstadt. 1897 wurde durch das städtische Kollegium ein Beschluss dazu verabschiedet.

1898 begann im Birkenwäldchen an der Fürstenstraße (heute Fetscherstraße) der Neubau dieser Klinik. Nach den Plänen des Stadtbaurates Edmund Bräter wurde das Stadtkrankenhaus Johannstadt in den folgenden drei Jahren erbaut. Die einzelnen Häuser wurden im modernen „Pavillonstil“ errichtet, d.h. mehrere kleinere Bauten in einer von Luft, Licht und Grün bestimmten Anordnung. Eine Reihe der damaligen Häuser, so das Haupteingangsgebäude, erinnern mit kunstvollen Giebeln, schmückenden Einzelheiten und schmiedeeisernen Gittern an die Jugendstilzeit. Alle Häuser waren durch unterirdische Gänge miteinander verbunden. Der nördliche Teil des Geländes wurde zur Errichtung der Königlichen Frauenklinik an den Staat verkauft.

Am 2. Dezember 1901 konnten die ersten Gebäude des neuen Johannstädter Krankenhauses zur Nutzung übergeben werden. Es bestand vorerst aus 17 Stationen mit 581 Betten. Die Staatliche Frauenklinik folgte wenig später.

Seit der Eröffnung des Stadtkrankenhauses waren die Häuser jeweils einem bestimmten Fach zugeordnet. Da gab es die Chirurgie unter Leitung von Benno Credé, die Medizinische Klinik, geleitet vom Richard Georg Schmaltz, die Ohrenklinik unter Richard Hoffmann, die Pathologie unter Paul Rudolf Geipel und die Augenklinik, die als Beispiele hier genannt seien.

Die Kapelle im Areal des Krankenhauses Johannstadt wurde am 1. Mai 1903 eingeweiht.

1902 wurden Pflegerinnenkurse am Johannstädter Krankenhaus eingerichtet. 1908 sollte die von vornherein geplante Erweiterung des Krankenhauses um eigene Klinikgebäude für Lungenkrankheiten, Hals-Nasen-Ohren-Heilkunde, Augenheilkunde und ein zweites Haus für Sonderkranke erfolgen. Von den Planungen unter dem damaligen Stadtbaurat Hans Erlwein wurden 1910 aber vorerst nur einige bauliche Veränderungen durchgeführt. In den Jahre 1913 bzw. 1915 wurden zwei neue Krankenpavillons fertig gestellt.

1912 erfolgte die Gründung und Eröffnung der Krankenpflegeschule am Johannstädter Stadtkrankenhaus, zunächst in einem barackenartigen Gebäude auf dem Gelände des Krankenhauses.

In den 1920er Jahren wurde der Bau eines neuen Säuglingsheimes beschlossen. Baubeginn des U-förmig angelegten Komplexes war im Jahre 1927. Die Schwesternschule wurde am 15. November 1929 eröffnet, das Zentralgebäude und das Säuglingsheim wurden anlässlich der Eröffnung der Hygieneausstellung und des Hygienemuseums am 15. Mai 1930 übergeben.

Während der Weltwirtschaftskrise wird das Krankenhaus auf Grund finanzieller Schwierigkeiten 1932 geschlossen. Im Juni 1933 erfolgt die Wiedereröffnung, das Säuglingsheim folgt erst im Oktober 1933.

Am 5. Juni 1934 erfolgt die Umbenennung in „Rudolf-Heß-Krankenhaus“, gleichzeitig wird eine Umstrukturierung des Klinikums vorgenommen. Es soll ein Vorzeigeobjekt für die „Neue Deutsche Heilkunde“ werden, ein gesundheitspolitisches Konzept, das die Überprüfung der Wirksamkeit naturheilkundlicher und weiterer alternativer Heilmethoden und die Übernahme geeigneter Verfahren in die Schulmedizin vorsah. Im Juli 1939 wurde der Grundstein für eine medizinische Akademie, an der die Studenten auch intensiv mit der Naturheilkunde vertraut gemacht werden sollten, gelegt. Mit dem Ausbruch des Zweiten Weltkrieges wurde die Bautätigkeit eingestellt.

Nachdem Rudolf Heß nach England geflohen war, erhielt das Krankenhaus 1941 den Namen des 1939 verstorbenen Reichsärzteführers Gerhard Wagner.

Während des Luftangriffs auf Dresden gab es im Klinikum selbst nur relativ wenige Opfer, da die Patienten in die U-Stationen evakuiert werden konnten. Das Krankenhaus selbst sowie die Staatliche Frauenklinik wurden zu 50 % zerstört. Die einzelnen Abteilungen konnten in Ausweichkrankenhäuser verlegt werden.

Bereits im Mai 1945 konnten wieder Patienten aufgenommen werden. Die ersten Räumungs- und Instandsetzungsarbeiten führen die Mitarbeiter der Klinik selbst durch. So konnte 1946 das Richtfest für den Ostflügel der Kinderklinik gefeiert werden. 1948 wurde die Augenklinik vollendet und im folgenden Jahr der zweite Flügel der Kinderklinik sowie Haus 9 durch Aufstockung auf zwei Stockwerke zur Strahlenklinik ausgebaut. Im Jahr 1950 wurde der Kirchenruine beräumt und die Urologische Klinik, die erste in der DDR, konnte eröffnet werden.

Am 7. September 1954 wurde im Großen Haus die feierliche Inauguration der „Medizinischen Akademie Carl Gustav Carus“ vollzogen.

Bis 1958 wurden alle in Johannstadt bestehenden Kliniken und Institute in die Medizinische Akademie einbezogen. Es entstanden weitere Neubauten, Studenten- und Schwesternwohnheime. 1976 wurde am Fiedlerplatz eine Poliklinik für die ambulante Patientenbetreuung eröffnet. Bis zu ihrer Auflösung 1993 gehörte die „MedAk“, wie sie im Volksmund hieß, zu den wichtigsten medizinischen Einrichtungen im Osten Deutschlands.

Zum 1. Oktober 1993 wurde die Medizinische Akademie im Zuge der Neugliederung der sächsischen Hochschullandschaft als Medizinische Fakultät an die Technische Universität angeschlossen und wird nach einer Rechtsformänderung seit Juli 1999 als Universitätsklinikum „Carl Gustav Carus“ bezeichnet.

Derzeit sind im Uniklinikum über 3.600 Mitarbeiter an 21 Fachkliniken, fünf interdisziplinären Zentren und drei Instituten beschäftigt. Für die jährlich ca. 220.000 Patienten stehen 1.200 Betten zur Verfügung. Moderne Um- und Neubauten entstehen derzeit für das geplante Diagnostisch-Internistisch-Neurologische Zentrum sowie das zur Klinik gehörende Cochlear Implant Centrum der HNO-Klinik.

Weblinks:

Quellen: