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Ausstellungspalast am Stübelplatz, vorn der Stübelbrunnen

Ausstellungspalast am Stübelplatz, vorn der Stübelbrunnen

Stübelplatz mit Städt. Ausstellungsgebäuden

Stübelplatz mit Städt. Ausstellungsgebäuden

Ausstellungspalast

Ausstellungspalast

Ausstellungspalast, Hauptportal

Ausstellungspalast, Hauptportal

Blick über die Johannstadt zum Ausstellungspalast

Blick über die Johannstadt zum Ausstellungspalast

Ausstellungspalast, Luftaufnahme

Ausstellungspalast, Luftaufnahme

Hauptrestaurant des Ausstellungspalastes

Hauptrestaurant des Ausstellungspalastes

Konzert-Park des Ausstellungspalastes

Konzert-Park des Ausstellungspalastes

I. Deutsche Städte-Ausstellung Dresden 1903

I. Deutsche Städte-Ausstellung Dresden 1903

Ausstellungspalast, Große Kunst-Ausstellung

Ausstellungspalast, Große Kunst-Ausstellung

Lazarett im Ausstellungspalast

Lazarett im Ausstellungspalast

Ausstellungspalast

Nach dem Vorbild der ersten Berliner Gewerbeausstellung veranstaltete man auch in Dresden 1824 eine vergleichbare Veranstaltung. Vorangegangen war eine Schülerausstellung im Jahr 1765.

Wenn auch die ersten Ausstellungen bis um die Wende vom 19. zum 20. Jahrhundert noch nicht am nordwestlichen Ende des Großen Gartens ihre Heimstatt hatten, so war die Ausstellung mit dem langen Titel „Erste Ausstellung von Erzeugnissen des gesamten inländischen Gewerbefleißes“ von 1824 der Anfang einer langen Kette von Ausstellungen, die zunächst im Brühlschen Palais begannen. Noch war so eine Ausstellung Neuland und verhältnismäßig wenige, nur 169, Industrielle beteiligten sich mit ihren Exponaten an der Veranstaltung.

Über die Nützlichkeit dieser und der jährlich folgenden Ausstellungen heißt es in einem Bericht von 1831 an der „Landes-Oeconomie-Manufactur- und Commercien-Deputation“: „Die Ausstellungen von Erzeugnissen der inländischen Industrie […] haben, wenn auch jede derselben einzelne vorzügliche Leistungen des sächsischen Gewerbefleißes aufweisen konnte, dennoch nicht die Mannigfaltigkeit und den Glanz dargeboten, der sie hätte auszeichnen müssen, wenn ihnen von dem sächsischen Gewerbestande eine regere und allgemeinere Theilnahme zu Theil geworden wäre. Mehrere Zweige der vaterländischen Industrie sind dabei gar nicht, andere nur kärglich, oder durch mittelmäßige Produkte repräsentiert worden.“

Die späteren Ausstellungen wurden viel gründlicher vorbereitet. Ziel war es auch, „die Producte des Kunstfleißes vor den Augen der erhabenen Mitglieder des Fürstenhauses zu entfalten“, wie es in einer Mitteilung hieß.

Aus Anlass des VI. Deutschen Turnfestes 1885 wurde auf dem Areal, auf dem um die Jahrhundertwende der Ausstellungspalast gebaut wurde, ein hölzerner Festbau nach dem Entwurf Dresdner Architekten von der Dresdner Zimmererinnung erbaut. Diese Halle war 108 m lang, 36 m breit und 35 m hoch. Aus dieser Veranstaltung resultierte der Vorschlag des Gewerbevereins zu Dresden und des Gärtnervereins „Flora“, mit ihren jahrzehntelangen Erfahrungen auf dem Gebiet der Ausstellungen, ein ständiges Ausstellungsgebäude an dieser Stelle zu errichten.

1888 wurde ein Wettbewerb zur Erlangung von Plänen für das Ausstellungsgebäude ausgeschrieben, den der Architekt Alfred Hauschild gewinnen konnte. Seine Entwürfe erwiesen sich als sehr kostenaufwendig und mussten von zwei weiteren Architekten überarbeitet werden. Die Ausführungspläne konnten erst 1894, nach Beratungen im Stadtrat durch das Stadtverordnetenkollegium, verabschiedet werden. Erst nach diesem Beschluss hob der sächsische König das Bauverbot an diesem Gelände auf. Die Stadt Dresden hatte bereits 1893 eine Anleihe von 30 Mio. Mark aufgenommen, davon wurden 1,25 Millionen für den künftigen Ausstellungspalast benötigt.

Am 20. Juni 1894 begannen die Ausschachtungsarbeiten am Stübelplatz für den Ausstellungspalast. Begonnen wurde mit den Vorbereitungen zur Grundsteinlegung zunächst für die nördliche Seite des späteren repräsentativen Ausstellungsgebäudes im Gründerzeitstil, das nach den Plänen der Architekten Alfred Hauschild und Edmund Bräter entstehen sollte.

Ende November 1895 konnte der Ausstellungspalast am Stübelplatz im Rohbau fertiggestellt werden. Das Dach war gedeckt, die Fenster eingesetzt und die Heizung konnte in Betrieb genommen werden. Der Ziegelbau wurde, wie viele repräsentative Gebäude in Dresden, mit Sandsteinblöcken verkleidet. Sie stammten aus einem Steinbruch nahe des Bahnhofes Schöna an der Elbe. Im Ausstellungspark hatte die Gartenbaugesellschaft Flora auf ihre Kosten einen großen Teich angelegt und die Rabatten bepflanzt.

Am 2. Mai 1896 wurde im Beisein des Königs der Ausstellungspalast feierlich eröffnet, nachdem das Bauwerk bereits am 31. März durch die städtische Grundstückverwaltung übernommen wurde. Auf dem Ausstellungsgelände wurde eine Gartenbauausstellung veranstaltet, ausgerichtet von der Gartenbaugesellschaft „Flora“.

Westlich neben dem Ausstellungspalast und parallel zur Lennéstraße wurde 1914 etwas zurückgesetzt das sogenannte neue Städtische Kunstausstellungsgebäude nach Plänen von Hans Erlwein und Carl Hirschmann im klassizistischen Pavillonstil errichtet. Eigentlich waren es drei zusammenhängende Gebäude. In hellem Putz hoben sie sich vom Ausstellungspalast ab.

1916 konnten die Dresdner das neue Kunstausstellungsgebäude vor dem Ausstellungspalast zur Lennéstraße bewundern. Dieses bot für die kommenden Ausstellungen bedeutend mehr Raum. Es konnte unabhängig von Ausstellungen im großen Ausstellungspalast oder mit jenem zusammen genutzt werden. Georg Wrba, der zu dieser Zeit bedeutendste Steinbildhauer, hatte die Schauseite mit Plastiken geschmückt. Eröffnet wurde das Gebäude mit einer Ausstellung der Künstlervereinigung.

Seit 1922 fanden in Dresden die großen Jahresschauen zur deutschen Arbeit statt, die der deutschen Bevölkerung den Stand internationaler Wettbewerbsfähigkeit deutscher Produkte unter Beweis stellen wollten.

Das Ausstellungsgelände wurde ab 1927 schrittweise erweitert. Das war nötig geworden, da die Jahresschauen sich zu Veranstaltungen entwickelten, die immer mehr Aussteller aus ganz Deutschland und auch anderen Ländern veranlassten, sich und ihre Produkte der Öffentlichkeit und den Fachleuten vorzustellen. Zu diesem Zweck wurde auch das weltweit erste Kugelhaus errichtet.

Von der ersten Jahresschau an gehörte zu den Ausstellungen auch ein Vergnügungspark. Die dort erwirtschafteten finanziellen Überschüsse halfen mit, die Ausstellungen noch publikumswirksamer auszurichten. Es fanden kulturelle Veranstaltungen mit namhaften Orchestern und Dirigenten, aber auch Tanzabende sowie Nachmittagsveranstaltungen statt. Für die Dresdner war es geradezu ein Versäumnis, wenn man nicht mindestens einmal die Jahresschau besucht hatte.

1935 erfolgte die Rekonstruktion des großen Ausstellungssaales. Die Akustik konnte dabei grundlegend verbessert werden. Vorträge bei Kongressen und musikalische Darbietungen gewannen an Verständlichkeit.

1944 wurden auf Anweisung des Stadtrates die Restaurants des Ausstellungspalastes als Lazarett genutzt.

Beim Bombenangriff im Februar 1945 wurde der Ausstellungspalast vollständig zerstört. Nach der Beräumung der Trümmer diente das Gelände als Festwiese, auf der auch die Dresdner Vogelwiese stattfand.

1969 entstand auf dem Ausstellungsgelände eine 100 m lange stützenfreie Doppelhalle mit 1,3 ha Grundfläche. Hier fanden Technik- und Verbrauchermessen statt.

Seit 2002 befindet sich an dieser Stelle die Gläserne Manufaktur des VW-Konzerns. In Handarbeit werden vorgefertigte Teile in den Phaeton eingebaut. Diesen Fertigungsprozess kann man durch die Glasscheiben von der Straße oder auch der Gaststätte betrachten.
In einem 40 m hohen Glasturm werden die fertigen Luxuslimousinen ausgestellt. Eine Kunstgalerie und ein Veranstaltungsforum gehören zur Fabrik.

Ausstellungen in und um den Ausstellungspalast:

Weblinks: