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Kugelhaus und Ausstellungspalast

Kugelhaus und Ausstellungspalast

Café im Kugelhaus

Café im Kugelhaus

Wagen der späteren Parkeisenbahn verkehrten auch schon zur Hygieneausstellung in den 1930er Jahren

Wagen der späteren Parkeisenbahn verkehrten auch schon zur Hygieneausstellung in den 1930er Jahren

Kugelhaus

Anlässlich des 100jährigen Bestehens der Technischen Hochschule 1928 äußerte der Direktor der Jahresausstellung Deutsche Arbeit den Wunsch, ein spektakuläres Gebäude zu errichten. Die Wahl fiel auf Peter Birkenholz, einen Münchner Architekten, der sich schon seit geraumer Zeit mit Projekten von Häusern in Kugelform beschäftigte. Dies war tatsächlich spektakulär, da diese Idee bis dahin von niemandem verwirklicht wurde.

„Erstes Kugelhaus der Welt“ – mit diesem Slogan warb die MAN für das im Werk Gustavsburg konstruierte und ausgeführte Gebäude.

Mit einer Höhe von 30 Metern und einem Durchmesser von 24 Metern betrug der Rauminhalt 7600 Kubikmeter. Für die Eisenkonstruktion benötigte man 280.000 Kilogramm 6–7 mm starke Eisenbleche, die untereinander mit 20.000 Nieten verbunden waren. Das ganze Kugelhaus hatte 150 Fenster. In nur acht Wochen wurde die 280 Tonnen schwere Konstruktion, die der Münchner Architekt Peter Birkenholz entworfen hatte, im Freigelände neben dem Ausstellungspalast errichtet und ruhte auf einem Sockelgeschoss von 10 × 10 Metern. Die fünf Stockwerke, mit Ausnahme des obersten, waren ringförmig und galerieartig angelegt, so dass ein kreisrunder Schacht das Zentrum der Kugel bildete. Ein Personenaufzug und bequem zu gehende Treppen verbanden im Inneren die einzelnen Stockwerke. Im 5. Stock befanden sich ein Restaurant und ein Café. Aus den Fenstern bot sich eine Aussicht auf das Ausstellungsgelände am Stübelplatz, den Großen Garten, über die Johannstadt bis zur Innenstadt mit ihren Türmen. In den anderen Stockwerken waren einzelne Kojen an Aussteller aus der Industrie vergeben, und in den Läden im Sockelgeschoss zeigten die Ladenbesitzer den Besuchern im Schaufenster ihr Warenangebot.

Geradezu innovativ wirkte die großflächige Werbung der Industrie auf dem Kugelhaus. Mit ihrer schnörkellosen Typographie verkörperte sie die Moderne in der Stadt Dresden.

Bereits in der Ausstellung „Roter Hahn“ 1935 wurde das Kugelhaus durch ein neu erbautes „Steigerhaus“ verdeckt. Die Gaststätten und das Haus wurden geschlossen.

1938 erteilte die Stadtverwaltung den Auftrag zum Abriss. Die runde Form wurde von den neuen Machthabern als „undeutsch“ empfunden.

Weblink: Kugelhaus im Stadtwiki Dresden