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Badefreuden

Badefreuden

Elbebad vor

Elbebad vor "Antons"

Badende im Elbebad vor

Badende im Elbebad vor "Antons"

Bäder an der Elbe

Schon im 19. Jahrhundert wurden an und auf der Elbe in den Sommermonaten Elbbäder aufgestellt. So konnten die Dresdner sich in den Fluten unter Aufsicht eines „Bademeisters“ tummeln. Das erste Elbebad wurde von dem Italiener Andreoli 1786 gebaut. Der Oberälteste der Fischerinnung, Carl Gottlieb Gasse, eröffnete 1826 unterhalb der Augustusbrücke eine Schwimm-Lehranstalt. Fünfzig Jahre später soll es bereits acht stark besuchte Elbschwimmbäder gegeben haben. Sie waren streng in Bereiche für Männer und Frauen getrennt.

Die meisten dieser Badeanstalten, die auf einem Floß errichtet waren, befanden sich in der Nähe der Elbbrücken. Das Bad, das am Johannstädter Ufer und gegenüber der Saloppe eingerichtet war, hieß „Starke'sche Elbbadeanstalt“. Es wurde vorwiegend als „Damenbad“ betrieben und dementsprechend von der weiblichen Bevölkerung ausgiebig genutzt. 1901 bot der Besitzer die Badeanstalt dem Rat zu Dresden zum Kauf an.

1922 wurde das Baden in der Elbe freigegeben, doch nur denen, die „des Schwimmens vollständig kundig und mit Verhältnissen des Stromes vertraut sind“, war es erlaubt. Im gleichen Jahr wurde bei „Antons“ an der Elbe ein Städtisches Licht- und Luftbad eingeweiht, ein Stegbad mit Liegewiese, Planschbecken und Bewirtung. Es war ursprünglich nur für Männer gedacht. In seinen beliebtesten Zeiten kamen bis zu 60.000 Besucher. Die Stadt investierte große Summen, um das Grundstück zu einem Freibad umzugestalten. In dem alten Park wurden die Efeuflächen zerstört und ohne jede Rücksichtnahme auf den Kulturwert dieser Stätte in langen Reihen nüchterne Holzzellen zum Umziehen erbaut. Ein Steg war im Fluss parallel zur Uferlinie errichtet und über eine Holzbrücke erreichbar. Am Ufer lud eine Liegewiese zum Sonnenbaden ein. Für kleine Kinder gab es ein Planschbecken mit sauberem Leitungswasser, das durch die Sonne erwärmt wurde.

1924 gab es an den Elbufern zehn städtische und drei private Bäder. Ab den 30er Jahren nahm die Verschmutzung der Elbe merklich zu. Inzwischen waren in der Stadt auch einige Freibäder entstanden, so dass die Bedeutung der Elbbäder allmählich abnahm. Das Loschwitzer Bad stellte 1946 als letzte Dresdner Elbbadeanstalt den Betrieb ein.