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Eliasfriedhof

Eliasfriedhof

Alte Postkarte

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Eliasfriedhof, Grabstätte

Eliasfriedhof, Grabstätte

Eliasfriedhof

Der Eliasfriedhof am Güntzplatz gehört zu den ältesten Friedhöfen Dresdens. Zwischen 1680 und 1876 wurden hier Tote beigesetzt. Heute kann man den Friedhof nur noch bei Führungen betreten.

Als 1680 die Pest das letzte Mal in Dresden wütete, kostet das etwa 5.100 Menschen das Leben. Das entsprach einem Drittel der damaligen Bevölkerung Dresdens. Diese Zahl zwang den Rat der Stadt, den bereits bestehenden Johanniskirchhof zu erweitern und in aller gebotenen Eile einen neuen Friedhof anzulegen. Der selbst an Pest erkrankte König Johann Georg II. ordnete an, diesen als Notfriedhof außerhalb der Stadt anzulegen. Am 10. Juli 1680 wurde das Gelände vor dem Ziegeltor erworben. Innerhalb kurzer Zeit wurde auf offenem Feld ein Pest- und Seuchenfriedhof angelegt. Man benannte ihn nach dem Propheten Elias, der Tote erwecken konnte.

Nach Erlöschen der Pest diente der Friedhof als Armenbegräbnisstätte. Er bestand aus einer unregelmäßigen rechteckigen Fläche. Diese wurde durch einen einfachen Mittelweg geteilt. Das Gelände wurde weder von einer Friedhofsmauer umgeben noch gab es eine Kapelle. Die Toten wurden kostenfrei durch Angehörige bestattet, die auch die Gruben selbst ausheben mussten.

Als der Friedhof an der Frauenkirche 1724 aufgehoben wurde, wählte man den Eliasfriedhof als Begräbnisstätte für die höheren Stände Dresdens. Das machte eine Erweiterung und einige Umbauten notwendig, die in den Jahren 1721 bis 1725 erfolgten. So entstanden auf diesem Gottesacker, vermutlich nach den Plänen George Bährs, barocke Grufthäuser mit kunstvollen schmiedeeisernen Gittern. Das Gelände wurde mit einer Mauer umzogen und durch ein Wegenetz gegliedert. Damit wurde der Friedhof stark aufgewertet und entwickelte sich zu einem bevorzugten Bestattungsort für den Adel und das Bürgertum.

1876 führten vermutlich Platzgründe zur Schließung des Eliasfriedhofs, da er nicht mehr erweiterungsfähig war. Die letzte Beerdigung fand am 30. Juni 1876 statt.

Der für die Öffentlichkeit weitgehend geschlossene Friedhof wurde 1908 geteilt. Innerhalb des Areals von der Ziegelstraße zur Lothringer Straße wurde ein Fußweg angelegt. In den folgenden Jahren verfiel die Friedhofsanlage immer mehr. Der Efeu, der sich um 1900 auszubreiten begann, überwucherte die Gräber und setzte den aus Sandstein gefertigten Grabmälern zu. Des Weiteren hatten sich die Grabsteine im Laufe der Zeit gelockert und die Grüfte waren einsturzgefährdet. Es kam immer wieder zu Vandalismus an Gräbern und Grüften, so dass der Friedhof 1924 baupolizeilich geschlossen werden musste.

Die 1915 angedachte Umgestaltung der Anlage in einen Ehrenfriedhof wurde ebenso wie die seit 1916 mögliche Säkularisierung nicht umgesetzt.

Der Friedhof verfiel immer mehr, die an West- und Südseite befindlichen Gruftbauten wurden 1930 aus Sicherheitsgründen abgetragen. In der Bombennacht vom 13. Februar 1945 erlitt der Friedhof nur einen geringen Schaden, nur das im nordwestlichen Teil befindliche Haus des Friedhofwächters wurde zerstört.

1950 wurde bei der Erweiterung des Güntzplatzes ein schmaler Streifen des östlichen Friedhofsteils aufgegeben und die an dieser Stelle befindliche Mauer durch Eisengitter unterbrochen, die sich an den abgetragenen Grüften befanden.

Durch die Schließung blieben das Erscheinungsbild und die kulturelle Unversehrtheit dieser Friedhofsanlage erhalten. Die auf der Ruhestätte befindlichen Grabmale sind zum Teil sehr bemerkenswert. Sie wurden von Künstlern wie Caspar David Friedrich, Ernst Ludwig Kirchner, Christian Gottlieb Kühn und Gottlob Friedrich Thormeyer geschaffen und sind ein hervorragendes Denkmal der Dresdner Stadtgeschichte aus der Zeit des Barocks, Rokoko, Klassizismus, der Romantik und des Biedermeier.

Seit 1998 besteht der „Förderverein Eliasfriedhof Dresden e.V.“, der sich für den Erhalt und die Pflege des Friedhofs einsetzt. Durch die vom Verein gesammelten Spenden konnten die erhaltenen Gruftbauten von George Bähr restauriert werden. Monatlich führt der Verein Führungen auf dem Friedhof durch.

Grabstätten bekannter Persönlichkeiten (Auswahl):

Carl August Böttiger | Friedrich Gottlob Thormeyer | Christian Weinling