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Stückgießers 1866

Stückgießers 1866

"Güldene Aue" 1899

Blumensäle

Blumensäle

Blumensäle

Eine vor den Toren der Stadt befindliche traditionsreiche Einkehrstätte „Stückergießers“ erlebte in ihrer Geschichte viele Namensänderungen. Auf dem altem Weinberggelände war Anfang des 18. Jahrhundert, auf einem vom Vorwerk „Lämmchen“ abgetrennten Landstück, die „Neue Sorge“ (die Bezeichnung kam von „Zare“, einer alten Benennung für Schranke oder Grenze) entstanden. Dieses Gartengrundstück wurde 1737 vom königlich polnischen und kursächsischen Stück- und Glockengießer Weinhold erworben. Nach seinem Tod führte das Besitztum den Namen „Stückergießers“. Die bestehenden Bauten wurden 1866 von Preußen abgerissen.

Gleich nach dem Ende des deutsch-deutschen Krieges wurde eine neue Tanz-, Ball- und Gastwirtschaft aufgebaut. Der Besitzer nannte diese Wirtschaft „Zur güldenen Aue“.

1901 wechselte das Restaurant den Besitzer, der es in „Blumensäle“ umbenannte. Das Tanzlokal befand sich in der Blumenstraße 48.

1913 erwarb August Ernst Binder – ihm gehörte bis dahin der Gasthof Briesnitz – die Tanzsäle. Er führte sie äußerst erfolgreich; die Werbung für sein Etablissement „Binder Ernst – und das genügt“ war stadtbekannt und zeugte von der Popularität des Lokals. Mitten im Tanz machte die Musik Pause und es wurden 10 Pfennige kassiert, ein Tanzbändchen kostete zwei Mark. Das Lokal bestand aus zwei Hauptsälen und diversen kleinen Räumen.

1945 wurde das Gebäude zerstört. Es befand sich etwa an der Stelle, wo Anfang der 1970er Jahre die Konsum-Kaufhalle Pfotenhauer Straße errichtet wurde.