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Tatzberg

Tatzberg

Umspannwerk Tatzberg 6

Umspannwerk Tatzberg 6

Bier-Geißler, Tatzberg 13; Foto: Schenkung von Günter Kruber

Bier-Geißler, Tatzberg 13; Foto: Schenkung von Günter Kruber

Bier-Geißler, Abfüllung Hinterhaus Tatzberg 13, Foto: Schenkung von Günter Kruber

Bier-Geißler, Abfüllung Hinterhaus Tatzberg 13, Foto: Schenkung von Günter Kruber

Tatzberg 25, Düngerexport-Gesellschaft

Tatzberg 25, Düngerexport-Gesellschaft

Tatzberg 29 und 31, 1946

Tatzberg 29 und 31, 1946

Tatzberg 29, Hof, 1950

Tatzberg 29, Hof, 1950

Tatzberg

Diese Straße wurde 1861 angelegt und in Erinnerung an das einstmals von Weingärten bedeckte Hügelland benannt, das sich zwischen der Festung Dresden und dem Blasewitzer Tännicht sowie dem Großen Garten und der Elbe erstreckte und bereits um 1370 als „vinea tazceanzberge“ erwähnt wird. Es wurde im Mittelalter auch „Taczigberge“ und später „die Tatzberge“ genannt. Der Name ist vom slawischen Wort Taca abgeleitet, was soviel wie „der Zehnte“ heißt. Tatz war also eine Steuer, die auf den zehnten Teil des Rohgewinnes erhoben wurde und an den Grundherren, in dem Fall das Maternihospital, zu zahlen war. Das Maternihospital war kein Krankenhaus im heutigen Sinne, sondern ein Stift für reiche Bürgerfrauen, die dort ihren Lebensabend verbrachten. Später ging der Tatzberg in das Eigentum des Augustinerklosters über.

In einer Chronik von 1480 werden 14 kleine Weinberge im Gelände Am Tatzberg erwähnt. Daniel Winzenberger, Postreiter und Chronist am Ende des 16. Jahrhunderts, berichtet in seiner Schrift „Lobspruch der löblichen und Weltberümten Churfürstlichen Stadt Dresden“ sogar davon, dass man am Dresdner Hofe neben spanischen, französischen und Rheinweinen auch einheimische trank, vornehmlich „Datzberger“.

Die Straße „Tatzberg“ verlief ursprünglich vom Bönischplatz zur Fürstenstraße (Fetscherstraße). Nach der Zerstörung 1945 wurde der Straßenteil zwischen Arnoldstraße und Bönischplatz überbaut.

In den 1920er Jahren wurde im Gelände am Tatzberg ein Heizwerk gebaut, um die Gebäude des Krankenhauses Johannstadt und das Bürgerheim an der Fürstenstraße mit Fernwärme zu versorgen.

Nr. 6

Als Pächter wird hier 1876 die Dünger-Exportgesellschaft erwähnt. Aus ihr ging später die Stadtreinigung Dresden hervor. Die fiel, bedingt durch ihr Tätigkeitsfeld, sehr zum Ärger der Anwohner durch starke Geruchsbelästigung auf. Die Stadtgärtner machten den Vorschlag, der Gesellschaft zu kündigen und eine Stadtgärtnerei an deren Stelle anzusiedeln. 1893 wurde dieser Vorschlag verwirklicht. Auf dem Grundstück hinter dem jüdischen Friedhof wurden Gewächshäuser für die Aufzucht von Blumen für öffentliche Grünflächen errichtet. Für gärtnerische und botanische Lehrzwecke gründete man eine Baumschule. So konnten die berufliche Ausbildung und die kostengünstige Aufzucht von Straßenbäumen und weiterem pflanzlichen Bedarf für Dresdens Gärten und Parkanlagen am Tatzberg vereinigt werden.

Heute befindet sich auf diesem Grundstück ein Umspannwerk.

Nr. 8

Auf diesem Grundstück befindet sich heute der Betriebshof der Stadtreinigung Dresden. Der hier ehemals angesiedelte Wertstoffhof ist auf die Hertelstraße 3 umgezogen.

Nr. 13

Im Hintergebäude hatte die Biergroßhandlung Paul Geißler Kommanditgesellschaft, im Volksmund Bier-Geißler, ihren Sitz. Das letzte Mal wurde sie im Fernsprechbuch der Stadt Dresden 1953 erwähnt.

Nr. 25

Hier befanden sich die Räumlichkeiten der Dünger-Exportgesellschaft, aus der später die Stadtreinigung hervorging.

Nr. 47

Am 15. Februar 2004 wurde das Bioinnovationszentrum, ein Haus der Forschung und Entwicklung, der Nutzung übergeben. Unter dem Namen BIOZ sollten vor allem junge Wissenschaftler und Existenzgründer Räume für ihre Forschung bekommen. 35 Millionen Euro waren notwendig, um die Voraussetzungen für die Molekularforschung zu schaffen. So wurden beispielsweise Reinsträume, Labors und Werkstätten eingerichtet.

Weblink: BioInnovationszentrum