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Brunnen

Brunnen "Flugwille des Menschen"

Zustand vor der Sanierung

Zustand vor der Sanierung

Brunnen „Flugwille des Menschen“

Vor dem Eingang zum Studentenwohnheim auf der Güntzstraße und gegenüber des St.Benno-Gymnasiums steht ein wenig verloren die Brunnenanlage mit der Sandsteinplastik „Flugwille des Menschen“, die das Streben des Menschen nach Höherem darstellt. Auf ca. zehn Quadratmetern erhebt sich eine etwa fünf Meter hohe Plastik am Rand eines für die 1950er-Jahre typischen nierenförmigen Sandsteinbrunnens. Der Dresdner Künstler Max Lachnit, der Bruder des Malers Wilhelm Lachnit, entwarf die Sandsteinplastik 1956. Im folgenden Jahr wurde sie aufgestellt – zu einer Zeit, als an bemannte Weltraumflüge noch nicht zu denken war.

Der Bildhauer, der die „Neue Sachlichkeit“ der 50er-Jahre umsetzte, folgte in seiner Darstellung keinem historischen Ereignis oder Mythos, sondern zeigt einen Schweif, von dessen spiralförmiger Bewegung eine Frau und ein Mann, einen Propeller haltend, in die Höhe gezogen werden. Diese Bewegung beginnt bereits am Brunnenrand. Im Brunnenbecken befinden sich sechs wasserspeiende Düsen. Der Betonboden des Beckens sollte ursprünglich mit bunten Mosaiksteinchen ausgelegt werden.

Dieses Kulturdenkmal kann man mit Fug und Recht zu den vergessenen zählen. Seit Jahren ist der Brunnen nicht mehr im Betrieb. Immer mehr Unkraut und Dreck überwuchern das ebenerdige Becken. Erst im Mai 2011 rief das Amt für Stadtgrün und Abfallwirtschaft die Bevölkerung auf, sich an den Sanierungskosten zu beteiligen. Die Instandsetzung kostet etwa 220.000 Euro.

Mitte September 2012 wurde die Skulptur abgebaut. Der Steinbildhauermeister Rainer Seeliger aus Pirna restauriert die Plastik.

Im Oktober 2013 begannen die Restaurierungsarbeiten am Brunnenbecken. Es wird dazu komplett abgebaut, saniert und denkmalgerecht wieder aufgebaut. Außerdem wird der Brunnen an die Wasser- und Stromversorgung angeschlossen und in die Kanalisation eingebunden.

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