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Jahresschau Deutscher Arbeit 1928: Die technische Stadt

Vom 16. Mai bis 30. September 1928 fand die Jahresschau „Die technische Stadt“ in den Ausstellungshallen am Stübelplatz statt. Das 100-jährige Bestehen der Technischen Hochschule bestimmte das Profil der Ausstellung. Mit 1,8 Millionen Besucher war sie das überragende Ereignis des Jahres 1928.

Die Ausstellung informierte die Besucher über die Lebensquellen der technischen Stadt, z.B. Gas, Wasser und Elektrizität, sowie über das Verkehrs- und Nachrichtenwesen.

Die Vielfalt dieser Ausstellung erforderte wiederum eine Anzahl von Um- und Erweiterungsbauten. Das Ausstellungsgelände überragte ein einmaliges Bauwerk, das Kugelhaus.

Als eine weitere Neuheit wurde der „tönende und sprechende Film“ nach dem System Breusing erstmalig zur Ausstellung vorgestellt. Der Probefilm zeigte den Wachaufzug vor dem Berliner Schloss mit zünftiger Marschmusik und wurde von den staunenden Zuschauern mit großer Bewunderung betrachtet. Zugleich warf die technische Neuerung auch viele Fragen auf.

Eine Düsseldorfer Firma erstellte ein Stahlrahmenhaus nach dem Entwurf von Hans Spigel. In Rahmenskelettbauweise wurde gezeigt, wie in kurzer Zeit ein Wohngebäude unter Verwendung von genormten Fertigteilen errichtet werden konnte.

Gliederung der Ausstellung nebst den projektverantwortlichen Architekten:

  • Hallen 10,12,14: Thema “Gas”, Architekt Prof. Dr. Schubert, Dresden
  • Hallen 6,8,16,30: Thema “Wasser”, Architekt Prof. Dr. Schubert, Dresden
  • Hallen 4,6,16 und vor 10: Thema “Abwasser”, Architekt Prof. Dr. Schubert, Dresden
  • Halle 5: Thema “Elektrizität im Gewerbe”, Reg.Baurat Oskar Pusch, Ingenieur Karl Bieger
  • Halle 7: “Elektrische Konditorei”, Architekt Fritz Naumann
  • Halle 9: Thema “Elektrizität im täglichen Leben”, Reg.Baurat Oskar Pusch, Ingenieur Karl Bieger und Architekt Karl Bertsch
  • Halle 11 und Ladenstraße: Thema “Beleuchtung und Energie”, Architekten Otto Röder und Fritz Stöfhase
  • Halle 13: Thema “Energie”, Architekt Adolf Mahnke, künstl. Beirat des Schauspielhaus
  • Halle 15: “Elektroindustrie-Ausstellung”, Reg.Baurat Oskar Pusch, Ingenieur Karl Bieger
  • Halle 18: “Deutsche Reichspost”, Architekt Prof. Alfons Schneegans
  • Hallen 19, 21, 23, 25: Sonderausstellung der TH Dresden, Geh. Hofrat Prof. Martin Dülfer
  • Halle 19: Psychotechnik, Arbeitswissenschaft und Anlernverfahren, Prof. Dr.-Ing. E. Sachsenberg
  • Halle 20: Straßenbahntechnik, Architekt Prof. Alfons Schneegans
  • Halle 21: “Selbstprüfraum”, Entwurf Dr. Jan Dolezal
  • Halle 22: “Kraftfahrwesen”, Architekt Prof. Alfons Schneegans
  • Halle 23: “Elektrotechnik”, Geh. Hofrat Dr.-Ing. M. Goerges, Prof. Dr.-Ing. E. Binder und Prof. Barkhausen
  • Halle 24: “Verkehr”, Architekt Prof. Oswin Hempel
  • Halle 25: “Materialprüfungswesen”, Prof. Dr.-Ing. W. Gehler und Prof. W. Schwinning
  • Halle 26: Polizeipräsidium und Landeskriminalamt, Architekt Prof. Oswin Hempel
  • Halle 28: Feuerwehrtechnik, Architekt Prof. Oswin Hempel
  • Halle 29 Nord: Raumgestaltung des Hochbauamt Dresden
  • Halle 29 Süd: “Straßenbauforschung”, Architekt Prof. Högg
  • Hallen 17 und 27: Straßenbau, -reinigung, Müllbeseitigung, Architekt Prof. Högg
  • Halle 32: Innungsbetriebe, Baurat Prof. Kühn, Dresden
  • Halle 33: “Milchversorgung der Stadt”, Baurat Prof. Kühn, Dresden
  • Halle 34: Gewerbeausstellung, Baurat Prof. Kühn, Dresden