johannstadtarchiv.de

Inschrift am Thomas-Müntzer-Platz

Inschrift am Thomas-Müntzer-Platz

Thomas-Müntzer-Platz vom Radweg Käthe-Kollwitz-Ufer aus gesehen

Thomas-Müntzer-Platz vom Radweg Käthe-Kollwitz-Ufer aus gesehen

Thomas-Müntzer-Platz, Westseite (Haus Nr. 2)

Thomas-Müntzer-Platz, Westseite (Haus Nr. 2)

Thomas-Müntzer-Platz, Südseite (Einmündung Arnoldstraße)

Thomas-Müntzer-Platz, Südseite (Einmündung Arnoldstraße)

Thomas-Müntzer-Platz

Dieser halbkreisförmige Platz am Käthe-Kollwitz-Ufer wurde 1904 angelegt und Feldherrenplatz benannt. Nach dem Zweiten Weltkrieg erfolgte die Umbenennung in Thomas-Müntzer-Platz, nach dem Bauernkriegsführer Thomas Müntzer.

Mit einem Konzept aus dem Jahre 1902, einer Neutrassierung der Hochuferstraße, sollte das Stadtbild verschönert, das Industriegebiet an der Blumenstraße verdeckt und der Uferbereich als Festwiese und Sportgelände gestaltet werden. Die Gestaltung des halbkreisförmigen Platzes als Brückenkopf der damals geplanten Waldschlösschenbrücke wurde in der Fachpresse würdigend hervorgehoben. Sie wurde als ein Zeichen dafür gewertet, „… daß auch in Dresden Kräfte auf eine der architektonischen Bedeutung der Stadt entsprechende Ausgestaltung des Stadtbildes hinarbeiten“. Eine funktionell überzeugende Anbindung der von dem geplanten Brückenkopf radial ausgehenden Straßen wurde durch die schon ansässigen Betriebe jedoch verhindert. Der Brückenbauplan wurde aufgegeben. Besonders die zu der geplanten Brücke hinführenden, genügend breiten Straßen konnten nicht ausgeführt werden.

Die 1904 begonnene Bebauung des Thomas-Müntzer-Platzes mit einer Breite von 190 Metern und 25 Metern Tiefe gestaltete sich sehr schwierig, der erste Bau konnte erst 1911 fertiggestellt werden. Die architektonischen Entwürfe zur Bebauung des Thomas-Münzer-Platzes unterlagen der baupolizeilichen Genehmigungspflicht, vorgeschrieben war für die Bebauung eine Sandsteinfassade. Die städtischen Behörden wollten auf diesem Weg stärkeren Einfluss auf die Elbuferbebauung ausüben. Erst in den 30er Jahren wurde die Bebauung des Platzes abgeschlossen. Es entstanden insgesamt 65 Wohngebäude.

Beim Bombenangriff am 13./14. Februar zählte der Thomas-Müntzer-Platz zu den wenigen Gebieten der Johannstadt, die weitgehend verschont geblieben sind. Lediglich in der Nr. 4 wurde ein Toter registriert (Angaben lt. Historikerkommission 2010).

1946 wurde auf dem Thomas-Müntzer-Platz eine Baustelle eingerichtet. Hier wurden die Ziegel aus den umliegenden Straßen (Käthe-Kollwitz-Ufer, Pfotenhauerstraße, Neubertstraße und Elsasser Straße) sortiert und geputzt. Die ausgesonderten Trümmerteile wurden zur Kippe Käthe-Kollwitz-Ufer gebracht. Aus ca. 190 umliegenden Häusern wurden Trümmer und Schutt von 105.350 m³ entsorgt.

Durch die erhalten gebliebene Bausubstanz und den halbrunden Grundriss mit Wegen und gestalteter Grünfläche ist diese Anlage heute in Dresden einzigartig und zählt zu den Kulturdenkmalen der Stadt.

Bauhistorisch wichtige Gebäude (Kulturdenkmale):

Thomas-Müntzer-Platz 2, 3, 4, 7 und 8

Diese in geschlossener Bauweise errichteten Gebäude entstanden in den Jahre 1912 bis 1916. Sie sind in neoklassizistischem Stil errichtet und zeichnen sich durch Schmuckelemente im Jugendstil aus. Akzente werden durch übergiebelte Vorbauten sowie Hauptgesims mit Hängeplatten gesetzt. Die Flure und Treppenhäuser sind künstlerisch gestaltet.

Thomas-Müntzer-Platz 9, 10 und 11

Diese in geschlossener Bauweise errichteten Gebäude entstanden 1928 (Nr. 10 bereits 1915). Sie bilden mit ihren sachlichen, schlichten und doch gleichzeitig repräsentativen Sandsteinfassaden ein markantes Ensemble der städtebaulichen Bebauung.