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Jägerkaserne, vom Sachsenplatz aus gesehen

Jägerkaserne, vom Sachsenplatz aus gesehen

Jägerkaserne, Luftaufnahme

Jägerkaserne, Luftaufnahme

Postkarte Jägerkaserne

Postkarte Jägerkaserne

Jägerkaserne

Jägerkaserne

Oberjäger-Casino 1902

Oberjäger-Casino 1902

Oberjäger-Casino 1910

Oberjäger-Casino 1910

Jägerkaserne

1880 begann der Bau der Jägerkaserne am Johannstädter Ufer. Sie galt als der schönste Kasernenbau des 19. Jahrhunderts in Sachsen. Die Kaserne verfügte über die gleiche moderne Ausstattung wie die in der Dresdner Albertstadt entstandenen Soldatenunterkünfte. Jedoch übertraf sie diese, bedingt durch ihre Lage an der Elbe und nicht weit vom Stadtzentrum entfernt, an architektonischem Aufwand. Die Planung für den Bau der Kaserne lag in den Händen der Königlichen Militärbaukommission unter der Leitung von Oberstleutnant August Protius. Der Gebäudekomplex wurde von Oswald Haenel und Bruno Adam entworfen. Die „Deutsche Bauzeitung“ schrieb darüber: „Bei der Architektur des Baus wurde das Hauptgewicht darauf gelegt, der Kaserne ein lichtes, dabei würdiges Aussehen zu verleihen, die bedeutende Gebäudemasse durch kräftige Vorlagen zu gliedern und namentlich der Silhouette eine recht lebendige Form zu geben.“

Die Kaserne lag nordöstlich des Sachsenplatzes. Der Hauptgang lag an der 134 Meter langen Elbfront. Über zwei breite Granittreppen gelangte man in den 4278 Quadratmeter großen Innenhof. Die Fassaden des hohen Erdgeschosses, die hohen Eckbauten und der Mittelbau waren mit Sandstein verkleidet, während die Wandflächen der oberen Geschosse verputzt waren. Die Dächer und Turmhelme schimmerten in englischem Schiefer. Der Speisesaal des Offizierskasinos im zweiten Stock des Mittelbaus war im Stil eines Jagdhauses gestaltet. In diese Kaserne zog am 30. September 1882 das II. Jägerbataillon aus Meißen Nr. 13 ein.

1893 sollten in der Jägerkaserne verschiedene bauliche Veränderungen vorgenommen werden. Geplant war der Einbau von Unteroffizierstuben.

Am 12. Oktober 1913 um 12 Uhr wurde vor der Jägerkaserne das erste Kolonialkriegerdenkmal in Deutschland im Beisein des Königs Friedrich August III. und anderer hochrangiger Persönlichkeiten enthüllt. Es war den in den deutschen Kolonien im Laufe von Kriegshandlungen und Sabotageakten ums Leben gekommenen deutschen Soldaten und Offizieren gewidmet. Das Denkmal bestand aus einer Steinsäule, auf der sich eine Erdkugel mit einem darauf thronenden Adler, der seine Schwingen leicht geöffnet hatte, befand. Auf der Steinsäule befand sich das umkränzte Sachsenwappen gekrönt mit der Sächsischen Krone und hinterlegt mit gekreuzten Schwertern. Darunter stand in bronzenen Lettern der Gedenkspruch: „Dem Andenken der in den Übersee-Kämpfen gebliebenen Kameraden der Königlich-Sächsischen Armee“. Die Rückseite zierten Bronzetafeln mit den Namen der Gefallenen und in kleinerer Schrift ein Hinweis auf den Stifter des Denkmals. Zur Enthüllung waren zahlreiche Angehörige der Sächsischen Armee angetreten, und Seine Exzellenz, Herr General der Kavallerie z.D. von Broitzen betonte in einer Ansprache, dass durch die Kämpfe in den Kolonien dem Deutschen erst zum Bewusstsein gekommen sei, dass „unsere Interessen jetzt den ganzen Erdball umspannen“. Es sei etwas Großes, „wenn unsere jungen Leute jetzt hinausziehen in die Kolonien, um dort zur Wahrung des deutschen Besitzes zu dienen und zur Warnung, dass dieser nicht ungestraft angetastet werden kann“. Geschaffen wurde das Denkmal durch den Bildhauer Berger und den Architekten Paul Luther. Die Finanzierung erfolgte durch den „Sächsischen Militärverein ehemaliger Überseetruppen Dresden“. Am 20. Januar 1947 wurde das Denkmal, das die Bombardierung unbeschadet überstanden hatte, aus politischen Gründen entfernt.

Im Januar 1943 zog in die Jägerkaserne der II. Sturmbann der SA-Standarte „Feldherrenhalle“ aus München ein. Diese Formation bestand nur aus Freiwilligen. Zuletzt diente das Gebäude als Polizeikaserne. Während des Luftangriffs am 13./14. Februar 1945 wurde der Komplex weitgehend zerstört.

Im Jahr 2006 entstand auf diesem Gelände das Senioren- und Pflegeheim „Am Elbufer“.

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