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historische Werbepostkarte

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Hauskapelle der

Hauskapelle der "Blumensäle"

Modrow-Kaufhalle

Modrow-Kaufhalle

Von den Blumensälen zur Modrow-Kaufhalle

Eine damals vor den Toren der Stadt befindliche traditionsreiche Einkehrstätte „Stückergießers“ erlebte in ihrer Geschichte viele Namensänderungen. Dieses Gartengrundstück wurde 1737 von königlich polnischen und kursächsischen Stück- und Glockengießer Weinhold erworben. Nach seinem Tod führte das Besitztum den Namen „Stückergießers“.

Die bestehenden Bauten wurden 1866 von Preußen abgerissen. Gleich nach dem Ende des deutsch-deutschen Krieges wurde eine neue Tanz-, Ball- und Gastwirtschaft an der Pfotenhauerstraße aufgebaut. Der Besitzer nannte diese Wirtschaft „Zur güldenen Aue“. 1901 wechselte das Restaurant den Besitzer, der sie in die „Blumensäle“ umbenannte. 1913 erwarb August Ernst Binder – ihm gehörte bis dahin der Gasthof Briesnitz – die Tanzsäle. Er führte sie äußerst erfolgreich, und die Werbung für sein Etablissement „Binder Ernst – und das genügt“ war stadtbekannt und zeugte von der Popularität des Lokals. Das Lokal bestand aus zwei Hauptsälen und diversen kleinen Räumen. 1945 wurde das Gebäude beim Bombenangriff zerstört.

Die Blumensäle befanden sich etwa an der Stelle, wo heute die Konsum-Kaufhalle Pfotenhauerstraße steht. Sie wurde Anfang der 1970er Jahre erbaut und im Volksmund „Modrow-Kaufhalle“ genannt, da Hans Modrow, Erster Sekretär der Bezirksleitung der SED in Dresden und späterer Vorsitzender des Ministerrates der DDR, in ihrer Nähe wohnte und dadurch die Versorgung besser gewesen sein soll als in den anderen Kaufhallen. Vor einigen Jahren wurde sie modernisiert und erhielt ihr heutiges Aussehen.