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Carolahaus Gerokstraße 65

Carolahaus Gerokstraße 65

chirurgischer Block Carolahaus

chirurgischer Block Carolahaus

Plattenwerk

Plattenwerk

Vom Carolahaus zur Betonzeitschiene

Das Gelände, auf dem das Carolahaus 1876 gebaut wurde, ist ein historischer Ort. Hier tobte 1812 eine der größten Schlachten des Befreiungskrieges. Im Oktober 1876 erfolgte die Grundsteinlegung, und inmitten von Blumenrabatten und Grünanlagen entstand ein Krankenhaus nach den Plänen von Stadtbaurat Theodor Friedrich. 1933 zog hier die SA-Reichsschule ein. Wie die meisten öffentlichen Gebäude, z.B. das König-Georg-Gymnasium und die Blumensäle, wurde das Carolahaus im 2. Weltkrieg zum Lazarett. In der Bombennacht vom 13. Februar 1945 wurde es völlig zerstört. Ab 1956 wurden die Trümmer des Carolahauses abgetragen.

Auf dem gleichen Gelände errichtete man aus Trümmern und Schutt 1956 das Betonwerk Gerokstraße, in dem für 30.000 Wohnungen das gesamte Elementsortiment entstand. 1962 entstand das erste Fensterelement, später spezialisierte sich der Betrieb auf Außenelemente. Von 1956 bis 1991 arbeitete das Betonwerk Gerokstraße als das einzige stationäre Plattenwerk der DDR. 1991 wird es durch die Treuhand abgewickelt und verfällt zu einer Industriebrache. Die letzten produzierten Platten wurden niemals abgeholt.

Im Jahr 2001 wurde auf Bestreben einer Bürgerinitiative das ehemalige Plattenwerk abgerissen. Es konnten jedoch interessante Fundstücke wie Sandsteine, Ziegelsplitt, Stahlrahmen, Plattenreste, Fliesen und anderes Material vor der Entsorgung gerettet werden. Auf der entstandenen Brache wurde das Mikromuseum Betonzeitschiene gegründet. Es war ein Museum zum Anfassen und Erleben. Es widmete sich der Geschichte des Stadtteils und des industriellen Plattenbaus. Zur Zeit wird über das weitere Schicksal dieses Projekts entschieden. Es ist aber geplant, die Betonzeitschiene in die Gestaltung der Stephanienstraße einzubeziehen und wieder der Öffentlichkeit zugänglich zu machen.

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