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Blick in die Bundschuhstraße

Blick in die Bundschuhstraße

Gneisenaustraße vor dem Zweiten Weltkrieg

Gneisenaustraße vor dem Zweiten Weltkrieg

Bundschuhstraße 5

Bundschuhstraße 5

Bundschuhstraße 7

Bundschuhstraße 7

Ärztehaus Bundschuhstraße 2

Ärztehaus Bundschuhstraße 2

Bundschuhstraße, früher Gneisenaustraße

Die Bundschuhstraße ist eine kurze Straße in Johannstadt-Nord, die vom Bönischplatz bis zum Käthe-Kollwitz-Ufer verläuft. Sie wird von der Florian-Geyer-Straße gekreuzt. 1901 wurde sie nach dem preußischen Generalfeldmarschall August Graf Neidthardt von Gneisenau (27. November 1760–24. August 1831) benannt. Am 1. Juli 1946 erfolgte die Umbenennung in Bundschuhstraße. Namensgebend war der Bundschuh, den Bauern bei ihren Aufständen zwischen 1493 und 1517 als Feldzeichen führten. Die Aufstände der Bauern in Südwestdeutschland wurden Bundschuh-Bewegung genannt und bildeten die Wurzeln des deutschen Bauernkrieges von 1524 bis 1526.

Die in geschlossener Bebauung errichteten Mietshäuser Bundschuhstraße 1, 3, 5 und 7 befinden sich auf der Liste der Kulturdenkmale der Stadt Dresden. Besonders bemerkenswert ist die Architektur der Häuser 5 und 7. Erbaut wurden sie 1903 vom Baumeister Carl Clemens Türke.

Die Bundschuhstraße 5 weist auf seiner hellrosa Putzfassade unter den Fenstern des dritten Stockwerkes und dem Dachgesims rote Schmuckelemente auf. Links wird inmitten von Ornamenten ein geflügelter Putto, rechts ein Löwe dargestellt. Ein asymmetrisch konzipierter Erker ist auf der linken Seite als Fachwerkgiebel ausgeführt. Florale Ornamente und ein Fratzenkopf schmücken die andere Seite des Giebels. In der Fenster- und Balkongestaltung unterscheidet sich die linke von der rechten Seite des Erkers. Auffällig ist auch der Schmuck über der Eingangstür, ein Frauenkopf inmitten von Laub. Der Eingangsbereich des Hauses ist sehr zurückhaltend gestaltet, so kann der gestaltete Brunnen, an dessen Seiten Stufen zu den Erdgeschosswohnungen führen, voll zu Geltung kommen. Die Wand des Brunnens schmückt eine nackte Frauenfigur inmitten von Blumen.

Die Bundschuhstraße 7 ist ruhiger gestaltet. Zwei Seitenrisalite mit Balkonen finden ihren Abschluss in Zwerchgiebeln. Auf der hellen Fassade fallen die in Grün gehaltenen floralen Schmuckfriese auf. Unter dem dritten Geschoss findet sich ein breiter Band, der sowohl auf der linken als auch auf der rechten Seite des Hauses jeweils einen Pfau darstellt, in der Mitte befindet sich ein großer Frauenkopf. Dieser Frauenkopf findet sich auch in der Gestaltung des Hausflurs wieder, der in der reichen Ornamentik eindeutig Jugendstilelemente aufweist.

Während der Bombenangriffe am 13./14. Februar verloren auf der Gneisenaustraße elf Menschen ihr Leben:

Gneisenaustraße 2 – 1 Todesopfer
Gneisenaustraße 6 – 2 Todesopfer
Gneisenaustraße 10 – 6 Todesopfer
Gneisenaustraße 11 – 1 Todesopfer
Gneisenaustraße 12 – 1 Todesopfer

Angaben lt. Historikerkommission 2010, Projektteam „Statistisch-geografische Analyse“

Durch die Luftangriffe 1945 wurde die Bausubstanz der Bundschuhstraße schwer beschädigt. Lediglich die linke Straßenseite im Abschnitt vom Bönischplatz bis zur Florian-Geyer-Straße blieb weitgehend verschont. Die Mietshäuser Nr. 1, 3, 5 und 7 wurden restauriert und befinden sich auf der Liste der Kulturdenkmale der Stadt Dresden. An sie schließt sich ein in den 60er Jahren errichtetes Haus in der damals üblichen schmucklosen Kastenbauweise an.

Am 29. Juli 1976 wurde auf der Bundschuhstraße 2 eine Ambulanz übergeben. Im zweigeschossigen Flachbau fanden Sprech- und Behandlungszimmer für vier Allgemeinmediziner, vier Zahnärzte, einen Kinderarzt und einen Frauenarzt ihren Platz. Dazu kamen die Warteräume, Räume für die Aufnahmeschwestern und Nebenräume.

Am 29. November 1994 gegen 17 Uhr brach im Gebäude ein Brand aus. Mit einem großen Polizeiaufgebot wurden die umliegenden Straßen gesperrt. Trotz hoher Flammen wurden die umliegenden Häuser und die Konsum-Kaufhalle nicht gefährdet. Alle Personen, die sich zum Zeitpunkt des Brandes im Haus befanden, konnten sich in Sicherheit bringen. Der Brand konnte schnell gelöscht werden, die Ursache wurde nicht bekannt.

Quellen: