johannstadtarchiv.de

Blick über den Fürstenplatz

Blick über den Fürstenplatz

Fürstenplatz mit Blick in die Borsbergstraße

Fürstenplatz mit Blick in die Borsbergstraße

Fetscherplatz heute mit Blick in Borsbergstraße

Fetscherplatz heute mit Blick in Borsbergstraße

Fetscherplatz 4 bis 7

Fetscherplatz 4 bis 7

auf dem Fetscherplatz

auf dem Fetscherplatz

Fetscherdenkmal am Fetscherplatz

Fetscherdenkmal am Fetscherplatz

Fetscherplatz, ehem. Fürstenplatz

Der Fetscherplatz wurde 1878 angelegt und hieß zum damaligen Zeitpunkt Fürstenplatz. Er entstand durch die Kreuzung von Fetscher-, Striesener, Borsberg- und Nikolaistraße. 1946 wurde der Platz nach dem Dresdner Arzt Rainer Fetscher benannt.

1893 befand sich am Fetscherplatz noch eine Hebestelle (Zollstation). In einer Zeitung hieß es dazu: „Das Hebestellengebäude, Ecke Porsberg- und Fürstenstraße hierselbst, samt Schuppenanbau und Einzäunung wird Freitag den 15. dieses Monats, Mittags 12 Uhr, an Ort und Stelle auf den Abbruch versteigert.“

Errichtet mit mehrgeschossigen Mietshäusern in geschlossener Bauweise, hat der Fetscherplatz seine Bedeutung als Einkaufzentrum und Verkehrsknotenpunkt bis heute bewahrt. Den Luftangriff am 13./14. Februar 1944 haben einige Gebäude überstanden. Auch die Anzahl der Opfer lt. Historikerkommission 2010 belief sich nur auf eine Person aus der Hausnummer Fetscherplatz 2. Die entstandenen Baulücken wurden vorwiegend nach 1990 geschlossen.

Von baugeschichtlicher und künstlerischer Bedeutung ist die aus vier Mietshäusern (Fetscherplatz 4, 5, 6, 7) bestehende Wohnanlage an der Ostseite, die gestalterisch zusammenhängt. Die symmetrisch gestaltete Baugruppe mit repräsentativen Sandsteinfassaden zeichnet sich durch Eckerker, Dachgauben und Giebel sowie die Gestaltung der Flur- und Treppenhäuser aus.

Ab 1992 erfolgte am Fetscherplatz eine grundlegende Straßensanierung, verbunden mit der Errichtung eine Straßenbahninsel, der Neugestaltung der Straßenverkehrsführung und dem Bau einer neuen Ampelanlage.

Bereits am 15. Januar 1995 wurden erste Initiativen ergriffen, die zum Bau eines Wohn- und Geschäftshauses am Fetscherplatz führen sollten. Dazu hatte an diesem Tag die Stadtsparkasse mit der Bauland GmbH und der Wohn- und Gewerbebau Isen einen Hausbau Dresden GmbH gegründet. 185 Wohnungen und eine Tiefgarage mit 275 Stellplätzen mit insgesamt einer Nutzfläche von etwa 21.000 qm, davon 10.000 qm für Wohnungen, sollten entstehen, wie Dr. Jürgen Allerkamp, Mitglied des Vorstandes der Stadtsparkasse mitteilte. Nach zehnmonatiger Bauzeit feierten am 26. April 1995 die Bauleute und künftige Mieter ein Richtfest am Büro- und Geschäftshaus Fetscherplatz. Mitte September 1995 zogen in den Neubau die ersten Geschäfte. Der städtebaulich wichtige Eckpunkt wird nun durch die turmartige Bebauung akzentuiert. Am 17. November 1995 wurde am Fetscherplatz 2 der Neubau übergeben. „Akzent“ steht in großen Buchstaben über der Eingangstür. 32 Millionen Mark hat die Verwaltungsgesellschaft Behne in den Neubau investiert. Dr. Ewers, Leiter des Ortsamtes, meinte: „Mir gefällt vor allem der Drittelmix aus Wohnen, Arbeiten und Verkaufen. Nach diesem Mix sollten wir überall im Stadtgebiet streben. Nur so kann verhindert werden, dass reine Büroviertel oder reine Wohngebiete entstehen. Monokultur schadet in jeder Hinsicht.“

Am 6. Dezember 1995 wurde in Anwesenheit des Oberbürgermeisters Dr. Herbert Wagner am Fetscherplatz der Grundstein für ein 100-Millionen-Mark-Bauprojekt gelegt, genannt „Forum am Fetscherplatz“. Ausschlaggebend für diese bedeutende Investition war Bauland-Geschäftsführer Bernd Heinevetter zufolge die zentrumsnahe Lage des Grundstücks und seine hervorragende Verkehrsanbindung.

Fetscherdenkmal

Eine schlichte Säule inmitten einer Grünanlage erinnert an den Namensgeber des Platzes Dr. Rainer Fetscher. Sie wurde am 29. Juni 1978 in Anwesenheit zahlreicher Dresdner enthüllt.

Wartehaus

1949 wurde im Bereich der Haltestelle ein Flachgebäude im Stil des Bauhauses errichtet. Es beherbergte einen Kiosk, eine Wartehalle und den Fahrkartenverkauf. Das Gebäude wurde von Herbert Schneider errichtet, der bei seinem Entwurf die Erhaltung der bereits 1900 gepflanzten Leierblättrigen Eiche berücksichtigte. Das Unterstelldach wurde manschettenförmig um den Baum gebaut, so dass der Baum durch das Dach hindurchdrang. Auf Grund seiner baugeschichtlichen Bedeutung als Beispiel für die erste Nachkriegsarchitektur wurde das Wartehaus 1990 unter Denkmalschutz gestellt. Leider verfiel es immer mehr und musste 1998 abgerissen werden. Bis zum Abriss befand sich am Zeitungskiosk eine Besonderheit: eine Jahrzehnte alte Uhr, die letzte der zehn zentral gesteuerten Stadtuhren. Anders als die anderen Uhren zeigte sie bis zur ihrer Demontage zuverlässig die genaue Uhrzeit an.

Ein neues Wartehaus wurde gebaut, das außerdem eine kleine Imbissstube mit Biergartenbetrieb im Sommer beherbergt. Die Leierblättrige Eiche, die sich auf Grund ihrer Größe (Höhe 25 m, Kronendurchmesser 32 m) unter Naturschutz befindet, steht jetzt direkt hinter dem neu errichteten Flachbau.