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Johannstädter Ufer

Johannstädter Ufer

Johannstädter Elbufer 1893

Johannstädter Elbufer 1893

Johannstädter Ufer 1915

Johannstädter Ufer 1915

Käthe-Kollwitz-Ufer 1946

Käthe-Kollwitz-Ufer 1946

Restaurant

Restaurant "Johannstädter Ufer"

Käthe-Kollwitz-Ufer 23

Käthe-Kollwitz-Ufer 23

Käthe-Kollwitz-Ufer 24-28

Käthe-Kollwitz-Ufer 24-28

Detailvergleich der Gebäude Käthe-Kollwitz-Ufer 24-28

Detailvergleich der Gebäude Käthe-Kollwitz-Ufer 24-28

Käthe-Kollwitz-Ufer 29-33

Käthe-Kollwitz-Ufer 29-33

Details Gebäude Käthe-Kollwitz-Ufer 36-38

Details Gebäude Käthe-Kollwitz-Ufer 36-38

Käthe-Kollwitz-Ufer

Die Geschichte dieser Straße wird von mehreren Namensänderungen geprägt. Angelegt wurde sie 1901 und erhielt den Namen Hochuferstraße. 1902 wurde sie in Anlehnung an ihre Lage entlang der Elbe in Johannstadt in Johannstädter Ufer umbenannt. In den 30er Jahren des 20. Jahrhunderts erhielt sie zu Ehren des Reichskanzlers der Weimarer Republik Paul von Hindenburg den Namen Hindenburgufer. Eine neuerliche Umbenennung erfolgte nach dem Zweiten Weltkrieg, als der Stadtrat in Würdigung von Käthe Kollwitz die Umbenennung in Käthe-Kollwitz-Ufer beschloss.

1869 wurden erste Pläne für eine Elbuferkorrektur erörtert. Diese sollten die industrielle Nutzung des Uferraumes ausschließen. Die beratenden Fachleute entschieden, dass beiderseits der Elbe von Blasewitz linkselbisch elbabwärts und in kleinerem Rahmen rechtselbisch, etwa vom Waldschlösschen, Hochuferstraßen zur Regulierung des Flusses angelegt werden sollen. Der Plan wurde 1874–79 mit dem Kompromiss verwirklicht, dass die linkselbische Hochuferstraße vom Ufer abgerückt errichtet wurde. Damit konnte die Naturbelassenheit der Elbaue gesichert werden. Gleichzeitig scheiterte die Gesellschaft „Prinzenaue“ mit ihrem Plan, die gesamten Elbwiesen zu bebauen. Der Bau dieser Straße verfolgte auch ein anderes Ziel, sie barg in sich den 1903 gebauten Abfangkanal der Schwemmkanalisation. Dieser verläuft von der Blasewitzer Flurgrenze bis zum Hafen in Friedrichstadt und war in beide Richtungen befahrbar.

Die um 1876 ab der Albertbrücke entstandene Hochuferbefestigung (Elbpromenade) des Käthe-Kollwitz-Ufers mit Stützmauern, Gewölben, Treppenaufgängen und einer Allee gilt heute auf Grund ihrer landschaftlichen und baulichen Bedeutung als Kulturdenkmal.

Mit der Verabschiedung des Ortsgesetzes Johannstadt-Nord 1898 wurden für den Bereich der Hochuferstraße Sandsteinfassaden zwingend vorgeschrieben. Die Bebauung der Hochuferstraße wurde in geschlossener Bauweise mit begrünten Innenhöfen ausgeführt. In die Häuser, die sich durch dekorative Fassaden, großzügige Grundrisse, gestaltete Treppenaufgänge und zur damaligen Zeit moderne Ausstattung hervorhoben und somit „hochherrschaftlich“ waren, mieteten sich vorwiegend das gehobene Bürgertum und die höheren Offiziere der nahegelegenen Jägerkaserne ein. Allerdings waren die Räume sehr hoch und damit die Heizkosten enorm. Auch als in den 30er Jahren des vorigen Jahrhunderts eine Versachlichung bis zur völligen Schmucklosigkeit der Bauweise erfolgte, hoben sich die Häuser, die auf dem Johannstädter Ufer entstanden, durch ihre Fassadengestaltung ab.

Die als Sichtschutz vom Elbraum für Industrie- und Kleingewerbeanlagen in Johannstadt-Nord angelegte Straße war eine reine Wohnstraße, was dazu führte, dass Geschäfte, Büros und Gaststätten nur selten anzutreffen waren.

Auf der Hochuferstraße gab es eine Haltestelle der Kraftomnibuslinie 46, und hier verkehrte die erste Dresdner Straßenbahn Richtung Blasewitz. Während der Vogelwiese verband eine extra eingerichtete Buslinie das Käthe-Kollwitz-Ufer mit dem Stadtzentrum. Sie war durch zwei Fähren, eine zum Rosengarten und eine zum Waldschlösschen, mit der Neustadt verbunden.

Während des Bombenangriffs am 13./14. Februar wurde das Käthe-Kollwitz-Ufer stark zerstört. Laut Liste der Todesopfer der Historikerkommission der Stadt Dresden gab es nur einen Toten am Hindenburgufer 87.

Im Zuge der Enttrümmerung entstand 1946 am Käthe-Kollwitz-Ufer eine Kippe, auf der jährlich bis 500.000 m³ Trümmerschutt abgelagert wurden. Dadurch erhöhte sich das Niveau des Ufers um ca. zwei Meter. Die Kippe erstreckte sich von Antons Licht- und Luftbad bis zur Einmündung des Käthe-Kollwitz-Ufers in die Emser Allee und hatte eine Breite von 150 m. Leider wurden im Bereich der Vogelwiese die gesamten im Erdreich verlegten Versorgungsleitungen und die befestigten „Straßen“ zugeschüttet. Die Kippe war einer der wichtigsten Ablagerungsorte in der Stadt Dresden. Erst mit der Aufgabe der Trümmerbahn Innenstadt–Johannstadt–Käthe-Kollwitz-Ufer im Sommer 1952 wurde sie geschlossen.

Adressen (Auswahl):

Nr. 4
Auf dem Gelände der 1945 zerstörten Jägerkaserne wurde im Jahr 2006 das Senioren- und Pflegeheim „Am Elbufer“ errichtet. Es bietet in 59 Einzel- und 20 Doppelzimmern 99 Bewohnern ein Zuhause.

Nr. 20
Ein um 1912 erbautes Mietshaus in geschlossener Bauweise mit Sandsteinfassade.

Nr. 21/22
Die um 2000 errichteten Wohngebäude stellen ein gelungenes Beispiel der Moderne dar. Sie passen sich der bereits bestehenden Umgebung an, ohne diese zu kopieren.

Nr. 23
Ein um 1895 erbautes repräsentatives Eckhaus mit Sandsteinfassaden, Giebeln, Loggien und aufwendigen Erkern sowie reich gestaltetem Flur- und Treppenhaus.

Nr. 24 bis 28
Eine bis 1930 erbaute Häuserzeile mit schlichten Putzbauten, die typisch für den Wohnungsbau der 20er und 30er Jahre des vorigen Jahrhunderts waren und durch einige Elemente wie Erker über dreieckigem Grundriss sowie Flur- und Treppenausstattung belebt werden.

Nr. 29 bis 32
Eine zwischen 1930 und 1936 entstandene Wohnanlage, deren Gestaltung und Ausführung an die Häuser Nr. 24 bis 28 angelehnt ist.

Nr. 33
Ein um 1936 entstandener Eckbau mit einer schlichten Putzfassade.

Nr. 34 bis 42
Eine zwischen 1936 und 1939 entstandene Wohnanlage in symmetrischer Baugestaltung, Putz-Sandsteinfassaden und figürlichen Reliefs an der zurückgesetzten Front. Diese traditionell gestalteten Gebäude mit folkloristischen Motiven sind typisch für den Wohnungsbau der dreißiger Jahre, der dann in dem sogenannten Führerwohnungsbau oder sozialen Wohnungsbau aufging.

Gaststätten und Sportstätten am Käthe-Kollwitz-Ufer:

  • Restaurant „Johannstädter Ufer“
    Ecke Hindenburgufer/ Manteuffelstraße 5, Inhaber R. Schöneberg
  • Gaststätte „Johannstädter“
    Käthe-Kollwitz-Ufer 19b. Dieses Gebäude wurde 1902 als Ruderklub seiner Bestimmung übergeben. Im Bootshaus des Ruderklubs wurden auch die Flugtickets für die Wasserfluglinie Dresden–Hamburg verkauft.
  • Café Antons und Antons Licht- und Luftbad
    Käthe-Kollwitz-Ufer 23 b. Im Hauptgebäude befand sich die Schankwirtschaft von Emil Habich (1932), in den Seitengebäuden das Freibad, Sporträume und die Privatwohnung des Gärtners (1932).